WortOrt im «Chlausefieber»

Die dritte Ausgabe der Verlagslesereihe WortOrt war ein Erfolg. Zur ersten Veranstaltung war der Saal zum Bersten voll – und das nicht nur wegen der Silvesterchläuse.

Am Sonntagmorgen, 10. September, zauerte und juuchzte es im Verlagshaus Schwellbrunn. Der Herisauer Drüü-Lende Schuppel hatte es sich bereits vor der ersten Veranstaltung in der Gartenwirtschaft zur Linde von Marcel und Yvonne Steiner gemütlich gemacht, zum «Einsingen», wie die sieben Silvesterchläuse betonten. Um 10.30 Uhr übersiedelten sie nahtlos ins Auditorium, wo sie die Buchvorstellung von Johannes Schläpfer, «Silvesterchlausen: geächtet – geduldet – gefördert», musikalisch umrahmten. Der Saal war gebannt – und derart voll, dass manche Gäste standen.

In einer Mischung aus Gespräch und Lesung ging es weiter mit Philipp Probsts neuem Roman «Eismusik», dem zweitletzten Band aus der Reihe um Reporterin Selma. Der versierte Autor überzeugte mit Humor und einem kritischen Blick auf Social Media. Kritisch war auch Peter Fux, Direktor des Kulturmuseums St.Gallen, als er über den wissenschaftlichen Umbruch vom menschenzentrierten zum sonnenzentrierten Weltbild sprach; einen Umbruch, an dem der Toggenburger Uhrmacher Jost Bürgi dank seiner Erfindungen und seines mathematischen Genies mitbeteiligt war. Zum Buch hat das Kulturmuseum eine Ausstellung lanciert.

Leichtere Töne stimmte Andreas Fröhlich am Nachmittag an. Der Verstexter und Liedermacher begeisterte das Publikum mit witzigen Sprachspielen an der Gitarre. Eine Performance legte auch Thomas Fuchs, Kurator des Museums Herisau, hin, als er den Gehstock des grössten Mannes vorführte. Das Objekt ist eines von 75, das in der Publikation zum 75-Jahr-Jubiläum des Museums beschrieben wird.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete das Buch zur Villa Jacob in St.Gallen, in der Menschen ihren letzten Lebensabschnitt verbringen. Autor Philipp Landmark und Co-Geschäftsführerin Daniela Palacio unterhielten sich mit Lektorin Christine König über Alltag und Geschichte dieses besonderen Orts.


Impressionen